Vortrag

"Archäologie und Verbrechen"

Dr. Stefan Hesse, Kreisarchäologe

Di., 14. Juni 2016 um 19 Uhr

 

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Archäologie und Verbrechen

Dr. Stefan Hesse 
Ratssaal im Rathaus Bad Fallingbostel
Vogteistr. 1
Dienstag, den 14.06.2013 um 19 Uhr
Eintritt: 5,00 Euro (3,00 Euro Mitglieder und ermäßigt)

 

Würzburger Lügensteine Die sog. Würzburger Lügensteine sind Fälschungen von Fossilien, aber auch von angeblich versteinerten Sternen und Kometen. Trotz der Absurdität fiel ein Würzburger Professor auf den Schwindel rein.

In dem Vortrag „Verbrechen und Archäologie“
schildert der Rotenburger
Kreisarchäologe Dr. Stefan Hesse
die Verbindungen von Archäologie
und Kriminalistik. Besonders offensichtlich
wird sie bei der Erforschung
von Moorleichen, wo auch
die Kreisarchäologie Rotenburg bereits
mit dem Landeskriminalamt in
Düsseldorf und der rechtsmedizinischen
Institut in Hamburg zusammen
arbeitete. Jedoch werden bisweilen
sogar Handlungen von Kriminalromanen
in das archäologische
Tätigkeitsfeld verlegt.

Bad Fallingbostel. Die Gründe hierfür
werden an dem Beispiel von Leben
und Wirken der berühmten Autorin
Agatha Christi erläutert, bei der die
Verbindung zur Archäologie am deutlichsten
wird. Sie hat ihre Romanfigur
Eric Leidner in dem Roman „Tod in
Mesopotamien“ die Worte „Sie wären
ein guter Archäologe, Monsieur Poirot,
Sie haben die Gabe, die Vergangenheit
lebendig zu machen.“ sprechen
lassen. Aber auch in der täglichen Arbeit
ist der Archäologe mit Gesetzesbrechern
konfrontiert. Sei es im Zuge
von Raubgrabungen, Hehlerei oder
Betrug. Dafür werden aktuelle Fälle,
aber auch kuriose Begebenheiten aus
der Vergangenheit aufgeführt, wie
etwa Fossilien von kompletten Tieren –
aber auch Sternen und Kometen – auf
die im 18. Jahrhundert ein Würzburger
Professor herein fiel.
Verbrechen spiegeln sich aber auch im
archäologischen Befund wider. So soll
auch die Frage aufgeworfen werden,
wie ein Verbrechen überhaupt archäologisch
festgestellt werden kann. Danach
wendet sich der Vortrag Fällen
von Mord, Grabraub, Betrug und Diebstahl
zu. Es werden u.a. die Fragen
aufgeworfen, wie die Massengräber
der Jungsteinzeit in Talheim und
Schletz zu deuten sind, was mit dem
Grab von Gorm dem Älteren in Jelling
geschah, was eine Seemannskiste eines
Wikingers im Hafen von Haithabu
macht, wie man im römischen Xanten
betrog und was Fluchtäfelchen uns sagen.
Der Archäologe Dr. Stefan Hesse studierte
Ur- und Frühgeschichte, Volkskunde
und Anthropologie an der Georg-
August Universität zu Göttingen.
Er schloss sein Studium 2000 ab. Seit
2003 ist er Kreisarchäologe im Landkreis
Rotenburg (Wümme).